Forschung - Innenraumbegrünung

Positive Wirkungen von Grünflächen am Arbeitsplatz

Die Integration von Grünpflanzen in der Arbeitsumgebung ist nicht nur ein Trend: Forschungen rund um das Thema Innenraumbegrünung bestätigen positive Effekte von Naturelementen in Bezug auf Gesundheit, das Wohlbefinden und Behaglichkeitsgefühl von Menschen.

Bereits im Jahre 1984 prägte Edward O. Wilson den Begriff Biophilia – mit der Hypothese, dass wir Menschen ein genetisch veranlagtes Bedürfnis in uns tragen, mit der Natur in Einklang zu sein. Eine Verbindung zu den biophilen Ansätzen schafften später Kellert und Kollegen mit dem sogenannten Biophilic Design: Es geht darum, natürliche Elemente wie Wasser, Pflanzen oder Geräusche bei der Gestaltung von Gebäuden mit einfließen zu lassen. Das Ziel ist dabei, eine natürliche Umgebung in Innenräumen zu schaffen.1

Mit Biophilic Design Innenräume natürlicher gestalten

Viele Studien bestätigen, dass sich Menschen in einer Umgebung mit Bezug zur Natur am wohlsten fühlen. Früher wurden viele Arbeiten noch draußen in der Natur verrichtet – durch den Wandel der Arbeitswelt findet die tägliche Arbeit vornehmlich in Innenräumen statt. Aus diesem Grund finden die biophilen Gestaltungsgrundsätze auch immer häufiger in der Büroumgebung Anwendung. Die Integration von Naturobjekten wirken sich positiv auf die Psyche und Gesundheit der Büromitarbeiter aus.2 3

Luftqualität durch Pflanzen verbessern

Pflanzen sind Lebewesen und schaffen im Büro eine lebendige Arbeitsatmosphäre, die von Mitarbeitern als besonders angenehm empfunden wird. Bestimmte Pflanzenarten besitzen die Fähigkeit, Schadstoffe aus der Raumluft zu filtern und tragen dazu bei, die Luftfeuchte im Raum zu erhöhen. Um die Raumluftfeuchtigkeit entsprechen zu steigern, werden allerdings viele Pflanzen benötigt – aus diesem Grund eignet sich besonders eine flächendeckende Wandbegrünung in Innenräumen, beispielsweise durch den Einsatz von Heckenelementen und Pflanzenwänden. In Kombination mit Wasserwänden entsteht ein optimales Zusammenspiel, um ein behagliches Raumklima zu erreichen, das sich positiv auf die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten auswirkt.4

Nachhaltig bauen und Behaglichkeit steigern

Forschungsergebnisse aus der Green Office Studie 2014 des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO belegen zudem, dass die wirtschaftlich effiziente und ressourcenschonende Bauweise und Betreibung von Büroimmobilien in Deutschland immer mehr zunimmt. Grüne Immobilien erhöhen das Behaglichkeitsempfinden der Nutzer und punkten durch ihre gesundheitsförderliche Wirkung. Überdies wird bei der Gestaltung von nachhaltigen Bürolandschaften auch ein besonderes Augenmerk auf eine ökologische Innenausstattung gelegt. „Green Building“ ist sehr gefragt und wird in der Zukunft eine noch höhere Bedeutung erhalten.5

Das Pflanzenbüro von BMW
– mit Begrünung das Klima verbessern

Obwohl immer noch 43% aller Büroarbeiter über keinerlei Grünpflanzen in ihrem Workspace verfügen, gibt es auch positive Unternehmensbeispiele, die ihre Mitarbeiter mit einem „Green Office“ begeistern.

Eine Studie der BMW AG beweist, dass ein begrüntes Büro die Gesundheit der Mitarbeiter fördert und das persönliche Wohlbefinden steigert. Grund zur Durchführung der werksinternen Studie war, dass besonders Mitarbeiter an Bildschirmarbeitsplätzen über gesundheitliche Beschwerden wie Atemwegserkrankungen, Angespanntheit oder Trockenheit klagten. Als Hauptkritikpunkt des typischen Großraumbüros kristallisierte sich durch die Mitarbeiterumfrage das Klima heraus. Insbesondere die negativen Eigenschaften einer Klimaanlage wie Zugluft, schlechte Luftqualität, geringe Luftfeuchtigkeit, elektrostatische Aufladung sowie jahreszeitlich bedingte Temperaturschwankungen wurden immer als störend empfunden. Mit einer gezielten Bürobegrünung sollten die Beschwerden aktiv gemindert werden.

Bessere Akustik & angenehme Luftqualität durch Pflanzen

Das Ergebnis sprach für sich: Das Wohlbefinden der Mitarbeiter steigerte sich signifikant und das grüne Büro bekam hohen Zuspruch von der Belegschaft.

  • Mehr als 93% der Befragten gaben an, sich durch die Bepflanzung wohler zu fühlen. Außerdem habe sich der Schallpegel deutlich gemindert
  • Der Entspanntheitsgrad stieg durch die Grünpflanzen bei 47% der Mitarbeiter, die Motivation bei 29%

Die Mitarbeiter verspürten eine deutliche Verbesserung der Luftqualität im Pflanzenbüro. Wissenschaftliche Untersuchungen zu den Parametern CO²- und Keimbelastung, Akustik, Temperatur, Luftfeuchte und Gefahrstoffkonzentration bestätigten die persönlichen Eindrücke. Neben dem positiven Einfluss von Pflanzen auf die Raumtemperatur tragen sie im flächendeckenden Einsatz auch zur Optimierung der Luftfeuchtigkeit bei.

Im Vergleich zu Referenzbüros ohne Pflanzen, konnte im grünen Büro eine 70% niedrigere Keimbelastung festgestellt werden. Pflanzen besitzen die Fähigkeit, Gefahrstoffe wie Aceton, Benzol, Nikotin oder Formaldehyd abzubauen. Auch die Akustikmessung im Pflanzenbüro zeigte sehr erfreuliche Ergebnisse. Fast 50% höher als die vom Gesetzgeber festgelegte Mindestanforderung für akustische Behaglichkeit war die Schallabsorptionsfläche im begrünten Büro.6

Vgl.:
1 Gesundheitsförderung Schweiz (2014), Gesundheitsförderliche Büroräume
2 Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), (2010), Wohlbefinden im Büro – Arbeits- und Gesundheitsschutz der Büroarbeit
3 Grinde, B.; Grindal Patil, G., (2009), International Journal of Environmental Research and Public Health, Biophilia: Does Visual Contant with Nature Impact on Health and Well-Being?
4 Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaft (2007), Gesund und fit im Kleinbetrieb
5 Fraunhofer IAO (2014), Green Office Studie 2014
6 Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.